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Sonntag, 22. Februar 2015

Bei Cyclon-Warnung in der Schule und Piraten in der Nähe

Am Mittwoch, den 18 Februar, gab es große Aufregung in den Nachrichten, da ein sehr starker Cyclon in Richtung Gold Coast wirbelt. Es wurde viel darüber berichtet, dass er CAT5 (die stärkste Stufe) erreicht hat und dass wir uns Vorbeireiten sollen. Das Unwetter war auf den Donnerstag bis Samstag festgelegt. Am Donnerstag hatte ich mal wieder um 7.15 a.m Training und wir konnten ganz normal draußen trainieren da der Cyclon auf sich warten ließ. Es war aber zur Abwechslung mal wesentlich kühler als sonst. Angenehm, für das ziemlich anstrengende Sprint-Training. Während dem Training meinte mein Trainer, dass ich heute Nachmittag meine Eltern anrufen soll und ihnen sagen soll, dass ich doch 12 Monate hier bleibe, da ich dann die ganzen Wettkämpfe mitmachen kann, die ab Juli stattfinden. Ich habe das als Spaß verstanden und wir haben gelacht.
Gegen Ende des Trainings, als meine Beine weh taten und ich fertig war mit meinen 200 Meter Sprints, habe ich mich auf die Bank gesetzt und was getrunken und gewartet bis die normale Schule anfängt. Der Trainer kam dann noch einmal zu mir und sagte, dass er das ernstgemeint hätte mit den 12 Monaten. Er bräuchte mich für die ganzen Wettbewerbe und für die Schulveranstaltungen. Das machte mich sehr stolz und ich strahlte über beide Ohren.

Ich glaube es war in der vorletzten Stunde, als uns weitere ernst gemeinte Cyclon-Warnungen übermittelt wurden. Es schien so, als ob es wohl ziemlich heftig werden würde. Am selben Tag wurden Tausende Sandsäcke platziert, die Hainnetze an den Stränden entfernt und die Strände gesperrt. Dutzende Schule an der Gold Coast wurden für Freitag geschlossen. Meine Schule hat es uns freigestellt ob wir in die Schule gehen oder nicht. Alle öffentlichen Verkehrsmitteln wurden eingestellt. Wir wurden aufgefordert das Haus nicht zu verlassen und es wurden Evakuierungsgebiete festgelegt. Am Freitag Morgen haben meine Gasteltern entschieden, dass sie mich in die Schule fahren, da sie arbeiten müssen und mich bei diesem Wetter nicht alleine zu Hause lassen wollten. In der Schule tauchten nur sehr wenige Schüler auf, die sich in den Pausen alle in der „Hall“ versammelt haben. Draußen schüttete es stark. Wind war aber wenig zu spüren. Der sollte aber noch kommen. In den Klassen war ich zweimal der einzige Schüler und wir wurden mit anderen spärlich besetzten Klassen zusammengeführt. Man hörte leise die Sirenen dröhnen und die großen Regentropfen auf das Dach prasseln. Ich wurde nach der Schule im Regen wieder von meiner Gastmutter mit dem Auto abgeholt da ihr Meeting abgesagt wurde.
Am Nachmittag war mir und Jan langweilig und wir haben uns für 5 Uhr am Einkaufcenter verabredet. Ich habe meine Badehose angezogen, meinen Computer in Tüten gehüllt, da es dort WLAN gibt und mir meinen Rucksack eng angeschnallt. Ich lief also in Australien, 20 Minuten bei Cyclon-Warnung und heftigen Regen, in meiner Badehose, mit meinem Laptop zu einem Einkaufszentrum weil es dort Wlan, Beschäftigung und Jan gab. Dieser Satz hat in der Ausführung zirka 30 Minuten gedauert klingt aber für mich dramatisch, praktisch, gut.
Ich bin dort völlig durchnässt angekommen und wir haben uns in den Mc Donalds gesetzt und haben im WLAN ein bisschen geskypt und anschließend gegessen. Um 7 haben wir uns dann wieder auf den Weg nach Hause gemacht, weil der Regen gerade eine kurze Pause gemacht hat. Der hat mich dann zwar wieder am Weg erwischt aber der Rückweg war nicht so Nass wie der Hinweg.
Uns direkt hat der Cyclon Gott sei Dank nicht so heftig erwischt wie in anderen Teilen der Gold Coast wo dramatische Überschwemmungen sind.
Am Samstag hab ich mich wieder mit dem Jan getroffen um mit ihm mit dem Bus zum Kino zu fahren. Weil es geregnet und gewindet hat konnte man sonst eigentlich nichts großartig machen. Im Bus sind wir dann drauf gekommen, dass wir noch ein paar Leute dazu holen könnten. Wir haben mal die anderen Internationals angeschrieben, die wir beim Ausflug in die Bond University kennengelernt haben. Das waren die zwei Deutschen, eine Schweizerin und eine Österreicherin. 2 Minuten nachdem wir sie angeschrieben haben stiegen sie in unseren Bus ein. Das war wirklich lustig. Sie wollten auch ins Kino. Also haben wir uns als Gruppe zusammengeschlossen und sind zusammen ins Einkaufszentrum gefahren wo das Kino ist. Dort angekommen haben wir noch ein bisschen was beim Maccas gegessen und haben uns für einen Film entscheiden müssen. Viele wahren für „The Interview“, den ich leider schon vier mal gesehen habe und der Rest war für „Kingsman“ den ich auch schon gesehen habe. Nur die letzten 10 Minuten habe ich wegen diesem Lockdown verpasst. Als wir an der Kinokassa drankamen wollten wir die Karten bestellen. Dies gelang uns aber nicht für unsere Favoriten Filme, da diese erst ab 16 Jahren waren. Drei Leute aus unserer Gruppe waren 15. Nun haben wir zu meiner Freude einen neuen Film aussuchen müssen. „Jupiter ascending“ einer der schlechtesten Filme die ich angeschaut habe. Da die Geschäfte schon alle geschlossen waren als der Film zu Ende war waren wir unschlüssig was wir als nächstes tuen sollten. Wir haben uns entschieden, mit dem Bus zu Surfers Paradise (die Innenstadt) zu fahren. Dort sind wir abgehangen und ich habe mir mal eine Schüler-Buskarte gekauft. Um 10.00 p.m sind wir dann wieder im starken Regen nach Hause gefahren. Nach ein paarmal umsteigen und planlosem herumirren bin ich völlig durchnässt aber pünktlich um 10.57 p.m nach Hause gekommen.
Um 11 muss ich immer zu Hause sein. Ich bin schnell ins Bett und habe mich ordentlich ausgeschlafen. Am Sonntag bin ich um 9 a.m aufgestanden. Sehr spät im Gegensatz zu meinem Gastvater der um 4 a.m aufsteht. Ich habe mir einen gemütlichen Morgen gemacht und bin um 11.00 dann zur Chloe mit dem Bus gefahren, da sie heute Geburtstag hatte.
Kurz vor dem Gehen hat sie mir noch ein altes Fahrrad von ihr angeboten. Dieses könnte ich ausleihen so lange ich es brauche. Da habe ich mich sehr gefreut, da ich mir schon überlegt habe ein altes Fahrrad zu kaufen oder zu mieten um schneller in die Schule zu kommen. Hat also perfekt gepasst und ich habe jetzt ein Fahrrad.
Am Abend hatten wir ein großes, leckeres Familienessen was sehr gut war.

Außerdem: Das Filmset für den nächsten Fluch der Karibik (5) Film soll an einem geheimen Ort hier in Queensland aufgebaut sein. Da ich die Filmserie sehr gerne mag habe ich meinen Gastvater mal gefragt ob er wüsste wo das ist. Er meinte trocken, dass das hier an der Gold Coast, 5 Minuten mit dem Bus entfernt aufgebaut ist. Da es aber Sperrgebiet ist kommt man nicht viel weiter als zur Security Kontrolle. Johnny Depp dreht hier seit Montag, 16.2.

Es ist viel passiert in den letzten Tagen und ich bin müde...
Morgen ist wieder Schule.
Mal schauen was diese Woche so passiert


Wir hören uns
Hooroo, Euer Lukas 

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